Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Das PIK ist eine international renommierte Forschungseinrichtung, die sich interdisziplinär mit dem globalen Klimawandel und seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen beschäftigt. In letzter Zeit erforscht das PIK zunehmend auch Lösungen des Klimaproblems auf globaler, nationaler und lokaler Ebene.

Dr. Fritz Reusswig, Leitung Konsum- und Lebensstilforschung, PIK, Potsdam:

„Der Klimagipfel in Kopenhagen 2009 war enttäuschend. Es ist nicht gelungen, auf UN-Ebene zu einem verbindlichen Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls zu gelangen. Gleichzeitig hat die in Kopenhagen verabschiedete Absichtsbekundung unterstrichen, wie bedeutsam der Klimawandel ist – und dass es großer Anstrengungen auf allen Ebenen bedarf, um das Ziel einer Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 2° C zu erreichen. Jetzt sind Unternehmen, Kommunen, Bürger und Konsumenten gefragt. Natürlich braucht es weiterhin internationale Klimapolitik. Aber, das hat Kopenhagen gezeigt und Cancun wird es vielleicht unterstreichen, die Staaten müssen unterstützt und teilweise auch angetrieben werden durch klimafreundliche Maßnahmen unterhalb der offiziellen politischen Ebene. Klimaschutz muss mehr denn je von unten kommen.

Und hier kommt das PCF Projekt ins Spiel. Es stellt eine wichtige Initiative an der Schnittstelle von Unternehmen und Verbrauchern dar, indem es nicht nur den Willen ersterer unterstreicht, durch eigene Anstrengungen die konsumbezogenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sondern auch die Chance für letztere, die angebotene CO2-Transparenz von Produkten als Erleichterung eines klimafreundlichen Konsums zu nutzen.

Wir freuen uns, dass nach der ersten Pilotphase, in der die Bilanzierung im Mittelpunkt stand nunmehr auch der größere Kontext angegangen wird. Die Plattform klimafreundlicher Konsum wird nach Wegen suchen, das Thema Klimawandel und Konsum in den Strategien und Entscheidungsprozessen der beteiligten Unternehmen stärker zu verankern. Außerdem wollen wir prüfen, wie wir das Konsumverhalten entsprechend beeinflussen können und, last but not least, die Politik so informieren können, dass Rahmenbedingungen für klimafreundlichen Konsum geschaffen und verbessert werden.”